What timelords read in their spare time

Du bist ein uralter Zeitreisender mit zwei Herzen, einem Schiff, das dich an beinahe jeden Punkt in Raum und Zeit bringen kann, du sprichst alle möglichen Sprachen und bist mit den größten Genies der Geschichte befreundet. Du rettest in regelmäßigen Abständen das Universum. Hand aufs Herz: Hin und wieder benötigst du etwas Auszeit. Was liest du dann? Erraten:

© Jörg Vogeltanz

© Jörg Vogeltanz

Bestätigen kann das auch Robert Preis mit seiner neuesten Rezension auf LovelyBooks, die da lautet:

Richtig stark

Mit “Zauber und Fluch”, dem dritten Band der Visionarium-Reihe ist den Schöpfern Bernhard Reicher und Doc Nachtstrom wirklich etwas Großartiges gelungen. Damit da keine falschen romantischen Hoffnungen aufkommen es könnte sich um Prinzessinnen-Fantasy handeln, steigt das Heft gleich mit Graham Masterton ein. Die Geschichte vom Mädchen, das sich die Augen seiner Umgebung angelt, ließ mich kaum einschlafen.
In dieser Tonart ging es weiter, düster und bedrohlich.
Sehr fein diesmal die London-Expertise von Reicher selbst. Da finden sich neben netten Anekdoten vor allem zahlreiche wirklich interessante Buchtipps.
Unter den Interviews stach besonders jenes mit Karlheinz Schlögl, Geschäftsführer des Golkonda-Verlags, hervor.
Überhaupt wird es zunehmend zur Stärke des Hefts, dass man nicht nur Geschichten serviert bekommt, sondern auch mit Infos zur Branche gefüttert wird. Ganz abgesehen von der feinen optischen Auflösung (diesmal gestärkt durch Illustrationen von Benny Pamp, Jörg Vogeltanz und Martin Amschl), die aus der Visionarium-Reihe schon eine nette Sammlung im Regal macht.

visionarium 3 auf lovelybooks

Apophänie at work

Die Fähigkeit, in Dingen und Mustern (wie Wolkenformen, Baumrinden, akustischem Rauschen u. Ä.) vermeintliche Gesichter und vertraute Wesen oder Gegenstände zu erkennen, bezeichnet man als Pareidolie. Wird daraus das Ableiten sinnvoller Bedeutungen im Sinn von Mitteilungen und dem Sehen von Verbindungen, begleitet von der „besonderen Empfindung einer abnormen Bedeutsamkeit“, spricht man von einer Apophänie. Diese Erfahrung steht mitunter mit Wahrnehmungsverzerrungen im Zusammenhang, die bei Psychosen auftreten.

Wie sollen wir es also werten, wenn eine VISIONARIUM-Leserin am Strand liegt und ihr beim Lesen von Ausgabe 2 vor Entsetzen richtiggehend die Haare zu Berge stehen und sie kurz darauf ein Hölzchen in ihrer unmittelbaren Nähe findet, das ihr inneres Empfinden exakt widerspiegelt?

Schreiendes Hölzchen

Zufall? Synchronizität? Beginnender Wahnsinn? In jedem Fall: A job well done. Danke an unsere aufmerksame Leserin! Das Hölzchen kommt definitiv in unsere Hall of Fame.