Rezensionen zu Ausgabe 6

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Randolph C. auf Amazon, 1. November 2015

Spannend, abwechslungsreich und hochinteressant!

Geister und Götter bilden den thematischen Schwerpunkt in der mittlerweile sechsten Ausgabe des unverzichtbaren österreichischen Phantastik-Magazins. Die Mischung ist einmal mehr bestens gelungen, womit für jeden Leser/jede Leserin etwas Interessantes dabei sein sollte.

In Justin Isis‘ Kurzgeschichte „Das Zerstören heiliger Gegenstände mit Hilfe von Sexualsekreten“ geht es, wie der Titel schon anklingen läßt, um das Zerstören heiliger Gegenstände mit Hilfe von Sexualsekreten. Man sollte sich von dem etwas sensationsheischenden Titel auf keinen Fall abschrecken lassen, entwickelt diese originelle, gewagte und immens faszinierende Erzählung doch einen unwiderstehlichen Sog, der einen nicht mehr losläßt.

Sascha Lützeler verbeugt sich mit „Der Hüter des Todes“ vor Kultautor H. P. Lovecraft. Wissenschaftliche Forschungen, monströse Wesen, grausige Zeremonien und kompromißloser Hinterwäldlerhorror vermischen sich zu einer starken, auf mehreren Zeitebenen spielenden Geschichte, die keine Gefangenen macht.

So toll diese (allesamt mit einer famosen Illustration geschmückten) Stories auch sind, das Highlight aus meiner Sicht ist „Scream Angel“ von Douglas Smith. Auf ca. dreißig Seiten schafft er ein kühnes, packendes, erschreckendes und doch menschliches Science-Fiction-Fantasy-Epos um eine Droge, die aus Menschen perfekte aber gewissenlose Tötungsmaschinen macht. Der Held hat den Absprung geschafft, wird aber von der Vergangenheit eingeholt. Der aufwühlende Showdown der Geschichte zählt zum Besten, was ich seit langer Zeit gelesen habe.

Im sekundärliterarischen Bereich spannt Dr. Nachtstrom in seinem Essay „Age of Godpunk. Die Rückkehr der Götter“ einen Bogen von Perry Rhodan-Miterfinder Walter Ernsting und Erich von Däniken zu den Autoren Dan Simmons und Markus Heitz. Darauf aufbauend diskutieren Dr. Nachtstrom und Bernhard Reicher über die Mythologie der Götter in Comics und der Literatur, streifen solche Kapazunder wie Neil Gaiman, Terry Pratchett, Grant Morrison, Alan Moore, Jeffrey J. Kripal, Barry Windsor-Smith und… Superman. Des Weiteren hat Johann Peterka Lovecrafts klassische Erzählung „Die Musik des Erich Zann“ als kurze aber stimmungsvolle Graphic Novel umgesetzt. Und der umtriebige Chaosmagier Frater Werbär 08 gewährt uns in „Radau am Rande des Wahnsinns“ noch einen kleinen Einblick in seine Erfahrungen mit Astralebenen, Dämonen und Exorzismen.

Somit steht auch die Nummer Sechs vom „Visionarium“ den Vorgängern in Nichts nach und entpuppt sich einmal mehr als spannende, abwechslungsreiche und hochinteressante Lektüre für Leser/innen mit Anspruch.

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