Rezensionen zu Ausgabe 8

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Randolph C. auf Amazon, 10. Juli 2016

Wenn einer eine Reise tut…,

…dann sollte er das „Visionarium“-Magazin unbedingt dabeihaben. Nicht nur, weil man damit eine spannende (Urlaubs-)Lektüre gleich zur Hand hat, sondern auch, weil als Draufgabe der eine oder andere Tipp, was es prinzipiell zu vermeiden gilt, gratis mitgeliefert wird.

Zum Beispiel ist es nicht wirklich ratsam, „Das andere Dorf“ auf einer kleinen Insel aufzusuchen, ganz besonders, wenn dieses verlassen und verwahrlost ist. Die Protagonistinnen der unheimlichen Erzählung von Simon Strantzas tun es dennoch, was zumindest eine von ihnen noch bereuen wird.

In Dariusz Lechańskis „Das Gebrechen“ fügt sich ein Mann eine kleine, scheinbar unbedeutende Verletzung an seinem Arm zu. Daraus entwickelt sich jedoch eine heimtückische Krankheit, deren Behandlung zu einem bizarren, kafkaesken Spießrutenlauf wird.

Und in der letzten Story, „Die Reise ins Innere“ von Gareth D. Jones, wird im Himalayagebiet der lange verschüttete Eingang zu einem mysteriösen Tunnel freigelegt, welcher Dutzende Kilometer weit ins Erdinnere reicht. Am Ende harrt etwas Unvorstellbares seiner Entdeckung.

Die achte reguläre Ausgabe von „Visionarium“ steht unter dem Motto „Reisen und Irrwege“, und die beiden Kurzgeschichten sowie die Novelle zeigen eindrucksvoll, wie breit gefächert diese Maxime doch ist. Sowohl thematisch als auch stilistisch unterscheiden sich die Werke gewaltig, wobei die Qualität ebenso beachtlich hoch ist wie der Unterhaltungswert. Und das ist ja auch einer der großen Reize dieses phantastischen Magazins. Die Entdeckung von Kurzgeschichten, von AutorInnen, von KünstlerInnen auf dem Gebiet der Malerei bzw. Illustrationskunst, und von realexistierenden Menschen, Gegebenheiten und Phänomenen, von denen man sonst vielleicht nie gehört bzw. gelesen hätte. Und da die Macher ihr Metier beherrschen und die Qualitätslatte ungemein hochlegen, kann man sich auf das Leseerlebnis bedenkenlos einlassen, ohne Angst haben zu müssen, enttäuscht zu werden. Mein Favorit dieser Ausgabe ist Simon Strantzas famose Weird Fiction-Erzählung, die sich leise und unauffällig anschleicht, nur um sich am Ende wie ein Saugnapf am Gehirn festzusaugen und die einen danach einfach nicht mehr loslassen will.

Können Menschen von einem Moment auf den anderen spurlos verschwinden? Und umgekehrt: Können Menschen von einem Moment auf den anderen aus dem Nichts erscheinen? Dieser Frage geht Dr. Nachtstrom in seinem Essay „Wanderer zwischen den Dimensionen“ auf den Grund. Außerdem nimmt sich Jörg Vogeltanz der sogenannten „Hohlwelt-Theorie“ an, berichtet über mysteriöse Höhlen und Tunnel und streift in seinem faszinierenden Bericht gar die Nazis, die ja laut diversen Verschwörungstheoretikern in einem Versteck im Inneren der Erde finstere Pläne schmieden. Abgerundet wird das Magazin auf altbewährte Weise durch Illustrationen (diesmal von Simone Carneiro, Magdalena Wosik und Lektorin Juliane Ehgartner) sowie der Vorstellung aller am Magazin beteiligten Menschen. Das „Visionarium # 8“ ist somit definitiv eine Lesereise wert.

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